die bisherigen CDs des Ensembles 
 
alle Titel dieser CD teils mit Hörbeispielen im real Media Player - Format   
 
CD-Kritik in Fanfare  
Magazin (USA) 6/2005
Dr. Eduard Strauss:  
Einführung zu den Titeln
zur Startseite des Ensembles
 
Neuerscheinung
die 9. CD des Ensembles 
mit dem Konzert Programm der Neujahrskonzerte 2005
Bestellnummer HER2008, Vertrieb: Klassikcenter Kassel

 
als Gast: Maria Theresa ("Gigi") Ullrich, Mezzosopran

 
Die CDs des 
Alt-Wiener Strauss-Ensembles
 
exclusiv bei Edition HERA
 
(auch als Geschenk / Werbegeschenke) 
 

 
 
Sie können (z.B. per E-mail) auch direkt bestellen bei: 
M&V-Verlag, Augustenstr.46, 70178 Stuttgart 
Einzelexemplare je CD Euro 15,-- zuzüglich Versandkosten,
bei größeren Stückzahlen oder Sonderpressung
reduzieren sich die Preise je nach Auflage.
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 


  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
 
  
  
 
 
  
  
  
Carl Maria von Weber 
Aufforderung zum Tanz, op. 65  
  
Joseph Lanner 
Abendsterne, Walzer, op. 180      
   
Gioacchino Rossini  
Arie der Cenerentola aus "La Cenerentola"     
Cruda sorte aus "Die Italienerin in Algier"      
  
Johann Strauss Sohn 
Tritsch-Tratsch-Polka, Polka schnell, op. 214      
Ouvertüre der Operette "Die Fledermaus"     
Neuer Csárdás, aus der Operette "Die Fledermaus"    
  
Franz Lehár 
Meine Lippen, die küssen so heiß, aus "Giuditta"*   
  
Eduard Strauss  
Mit Chic, Polka schnell, op. 221      
Doctrinen, Walzer, op. 79      
  
Josef Strauss  
Die Libelle, Polka mazurka, op. 204      
Vorwärts, Polka schnell, op. 127      
  
Carl Michael Ziehrer 
Hab'ns a Idee!, Polka schnell, op. 403     
  
Johann Strauss Sohn  
Wein, Weib und Gesang, Walzer, op. 333   
 

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Eine Einführung zu den einzelnen Titeln der CD von Dr. Eduard Strauss  
 
  
  
  
Carl Maria von Weber (1786 – 1826): 
„Aufforderung zum Tanz“ op. 65 Orchesterfassung von Arthur Kulling nach Hector Berlioz   

Sicher ist, dass die „Aufforderung zum Tanz“ von Carl Maria von Weber aus dem Jahr 1819 den Walzer quasi „salonfähig“ im wahrsten Sinne des Wortes gemacht hat, wenn auch die mancherorts geäußerte These, dies sei der erste, der „Urwalzer“ gewesen, so wohl nicht aufrecht erhalten werden kann. Der Wiener Walzer hat musikhistorisch und musiktheoretisch viele Väter.  

Joseph Lanner (1801 – 1843): „Abendsterne“ Walzer op. 180 

Der am 11. April 1801 in Wien geborene Joseph Lanner kann gemeinsam mit dem, zu seiner Zeit auch schon „Walzerkönig“ genannten, Johann Strauss Vater als einer der „Erfinder“ dessen angesehen werden, was wir heute unter dem „Wiener Walzer“ verstehen und lieben. Und wäre Lanner nicht schon am 14. April 1843 gestorben, hätte Johann Strauss Sohn es vermutlich nicht gewagt – tatkräftig unterstützt von seiner Mutter Anna – sein Debüt vorzubereiten, das dann am 15.10.1844 beim Dommayer in Hietzing stattfinden sollte, sicher mit dem Ziel vor Augen, den Platz des Stars Joseph Lanner am „Himmel der Wiener Tanz- und Unterhaltungsmusiker“ einzunehmen!  
Als der Walzer „Abendsterne“ op. 180 im Jahr 1841 entstand hatte die künstlerische Auseinandersetzung – und wohlgemerkt nur diese – zwischen Joseph Lanner und Johann Strauss Vater ihren Höhepunkt erreicht. Privat gab es, entgegen immer noch hartnäckig anders lautenden Behauptungen in diversen Schriften, keine Probleme. Die Familien waren stets befreundet. Der musikalische Unterschied zwischen den beiden wurde in manchen Zeitungen mit den Worten beschrieben: „Lanner lockt: ‚Leute, kommt tanzen‘, Strauss befiehlt: ‚Kommt tanzen, ich will es!“ Der Appell an das Gefühl war Lanners größter Trumpf. Wiegende Melodien statt strenger, mitreißender Rhythmen, eine leise aufsteigende Melodie, ein sanftes Hinziehen in den schwingenden Dreivierteltakt, Lanner‘scher Zauber...... unvergängliches Biedermeier!  

Gioacchino Rossini (1792 – 1868):  
Arie der Cenerentola aus „La Cenerentola“ (Aschenbrödel) 

Gerade als Johann Strauss Vater um 1828 seine ersten Walzer veröffentlichte, war Gioacchino Rossini mit seinen Opern wie „Cenerentola“ am Höhepunkt seiner Bekanntheit in der Donau-Metropole! Es herrschte in Wien ein wahrer „Rossini-Taumel“.  

Johann Strauss Sohn (1825 – 1899): 
„Die Fledermaus“: Ouvertüre; „Neuer Csárdás“; „Wein, Weib und Gesang“, Walzer, op. 333; „Tritsch-Tratsch-Polka“ schnell, op. 214 

„Die Fledermaus“, die dritte Operette von Johann Strauss Sohn, mit ihrer schwungvollen Ouvertüre erzielte bereits am Premierenabend, dem 5. April 1874,  einen vollen, uneingeschränkten Erfolg. Darüber sind sich alle seriösen Strauss-Forscher und neueren Strauss- Biographen heute einig. Die Operette erlebte auch nach der Premiere immerhin 49 weitere Aufführungen en suite. Nicht so sicher ist, ob die unbewiesene Überlieferung aufrecht erhalten werden kann, wonach Strauss seine „Fledermaus“ - in engem Zusammenwirken mit dem Theaterpraktiker Richard Genée - in einem Schaffensrausch von nur „42 Tagen und Nächten“ komponiert haben soll. Selbst wenn das für die Hauptteile gelten sollte, darf nicht übersehen werden, dass an dem Werk zumindest vom Herbst 1873 bis hin zu den Proben und noch während derselben im Februar 1874 gearbeitet wurde und Strauss selbst noch bis dahin manches änderte und sorgfältig verbesserte. Da der beliebten Mezzosopranistin Marie Renard die Höhenlage des berühmten „Csárdás“ in der „Fledermaus“ zu anstrengend war, komponierte Johann Strauss Sohn 1897 für sie einen „Neuen Csárdás“. Am 2. Februar 1869 wurde ein Chorwalzer von Johann Strauss Sohn vom illustren und für das Wiener Kulturleben des 19. Jahrhunderts höchst bedeutenden „Wiener Männergesang-Verein“ uraufgeführt.   
Die Schönheit dieses Werkes, das die markante Opuszahl 333 trägt mit der 137-taktigen Introduktion veranlasste den Rezensenten des "Neuen Wiener Tagblatts" am 4. Februar zu folgender Voraussage: „Der Walzer wird seinen Weg machen und ebenso populär werden, wie die - ebenfalls diesem Verein gewidmete Partie ‚An der schönen blauen Donau“. Richard Wagner soll die Einleitung gerne und voll Bewunderung für die Komposition seinen Gästen am Klavier vorgespielt haben. Und der Titel des Werkes ist, Martin Luther folgend, auch gleich ein gutes Lebensmotto: „Wein, Weib und Gesang“.  
Über Einladung der russischen Zarskoje Selo Eisenbahn Gesellschaft gastierte Johann Strauss Sohn in Pawlowsk etwa 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt alljährlich in den Sommersaisonen der Jahre 1856 bis 1865, was sowohl für seine persönliche als auch die musikalische Entwicklung sehr wichtig war. Von einem dieser Gastspiele heimgekehrt brachte er sich im November des Jahres 1858 den Wienern, unter anderem, mit der frischen Polka schnell „Tritsch-Tratsch“ in Erinnerung. Die Anregung zum Titel  dieses Werks bildete einerseits eine Posse Johann Nestroys aus dem Jahr 1833 „Der Tritschtratsch“ andereseits die ab 1858 in Wien mit Bezug auf Nestroys Posse erscheinende  „Humoristisch-satyrische Wochenschrift Tritsch Tratsch“. Das Blättchen erschien aber nur in zwei Jahrgängen.  

Eduard Strauss (1835 – 1916):  
„Mit Chic“ Polka schnell op. 221; „Doctrinen“ Walzer op. 79 

Mein leider oft etwas vernachlässigter Urgroßvater Eduard Strauss wird manchmal der Meister der Schnellpolka genannt. Eine davon ist die am 4. 11. 1883 im Wiener Musikverein uraufgeführte Polka „Mit Chic“. Dass es unter seinen über 300 Kompositionen aber auch meisterliche Walzer gibt, beweisen die „Doctrinen“ („Lehrsätze“), ein Walzer komponiert für den Juristenball im Fasching 1872, eindrucksvoll! Eduard war damals längst der alleinige Leiter des Strauss’schen Orchesters, denn Bruder Josef war tot und Bruder Johann widmete sich vornehmlich der Komposition von Operetten!  

Franz Lehár (1870 – 1948) :  
„Meine Lippen die küssen so heiß“ aus der Operette „Guiditta“ 

Franz Lehár ist unbestritten einer der Meister der sogenannten „silbernen“ Operettenära. Die Operette „Giuditta“, die Anfang 1934 herauskam, zählt zu Lehárs Spätwerken. Ein weltberühmter Schlager daraus ist das Lied „Meine Lippen die küssen so heiß“.  

Josef Strauss (1827 – 1870): 
„Die Libelle“ Polka mazurka op. 204,„Vorwärts“ Polka schnell op. 127 

Mein Urgroßonkel Josef Strauss, der zwei Jahre jüngere Bruder des Johann Strauss Sohn, lebte nicht ganz 43 Jahre und wollte zunächst gar nicht Musiker werden, sondern Techniker! Erst 1853, kurz vor seinem 26. Geburtstag, zwangen ihn die Umstände und wohl auch die energische Mutter Anna dazu, für den erkrankten Bruder Johann einzuspringen und das Familienunternehmen zu erhalten. Er tat dies zunächst widerwillig. Später etablierte auch er sich als Komponist von Tanzmusik im Wien des 19. Jahrhunderts. Aber er stand sein ganzes 17 Jahre kurzes Künstlerleben lang und wohl auch heute im Schatten seines berühmteren Bruders Johann. Der sagte selbst einmal über Josef: „Pepi ist der begabtere, ich bin halt populärer!“ Josef Strauss begeistert immer wieder mit seinen erstaunlich „beobachtenden“ Kompositionen, wie zum Beispiel mit der 1866 entstandenen Tondichtung im Stile einer Polka mazurka „Die Libelle“. Hier wird im Leitmotiv der Libellenflug wunderbar akustisch nachempfunden.  
Josefs  Polka schnell „Vorwärts“ („En avant“)  op. 127 stammt aus dem Jahr 1862  

Gaetano Donizetti (1797 – 1848) : 
„Cruda sorte“ aus „Die Italienerin in Algier“ 
Gaetano Donizetti war, wie Rossini, ein Zeitgenosse von Johann Strauss Vater. Die „Sträusse“ haben sich immer für die zeitgenössische Opernliteratur interessiert, sich mit ihr auseinandergesetzt und sie sogar oft durch Arrangements und Verwendung von Motiven in eigenen Kompositionen einem breiten Publikum nahegebracht und bekanntgemacht. Es ist daher durchaus auch kein Stilbruch, wenn Donizetti mit der Arie „Cruda sorte“ aus seiner Oper „Die Italienerin in Algier“ auf dieser CD vertreten ist.  

Carl Michael Ziehrer (1843 – 1922) : „Hab’ns a Idee!“ Polka schnell op. 403 
Carl Michael Ziehrer war ein großer Konkurrent der Familie Strauss. Die am 16.12.1888 im „Ronacher“ in Wien uraufgeführte Polka schnell „Hab’ns a Idee!“ stammt aus der Operette „Ein Deutschmeister“, Ziehrers siebentem Bühnenwerk. Der Titel bedeutet nicht etwa: „Haben Sie einen neuen Einfall, eine Idee?“, sondern: „Verstehen Sie, begreifen Sie?!“ Er stammt aus dem Marschlied „Nach’n alten Weanaschlag“ von C. Lorens, und steht als Einschub vor dem Refrain: „Das ist halt weanarisch, Holodaro!“  

Dr. Eduard Strauss 
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